Scharf und süß zugleich – Erdbeermarmelade mit einem Hauch Chili

Ihr Lieben,

so langsam zeigt sich der Sommer endlich wieder von seiner schönen Seite und das bedeutet neben Sonnenschein, gebräunter Haut, langen Abenden auf der Terrasse und viel Eis auch, dass es frische Erdbeeren vom Feld gibt.

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Vor zwei Wochen wollten mein Vater und ich eigentlich Erdbeeren pflücken gehen, aber das Feld war leider geschlossen und schon leer gepflückt und so konnte ich dann lediglich 1 Kilo Erdbeeren vom Vortag kaufen, was aber gar nicht schlimm war, denn ich wollte ohnehin Marmelade machen und da sind reife Erdbeeren genau richtig für.

Wenn viele meiner Freunde immer überrascht und begeistert sind, wenn man ihnen selbstgemachte Marmelade mitbringt, so muss ich doch (ehrlicherweise) sagen, dass das eigentlich die einfachste Sache der Welt ist, bei den meisten Früchten zumindest. Damit die Erdbeermarmelade noch einen kleinen Twist bekommt, habe ich ein paar getrocknete Chiliringe hinzugegeben. Man kann die Erdbeermarmelade aber auch mit Vanillemark, etwas Prosecco, Blutorangensaft und und und verfeinern. Wer die Marmelade – wie ich –  mit ein wenig Stückchen mag, der sollte die Erdbeeren nicht allzu fein schneiden. Wer lieber eine samtige Marmelade mag, kann die Erdbeeren auch vorher pürieren (und ggf. durch ein Sieb streichen). Wichtig ist nur, dass ihr das 1:1 Verhältnis von Zucker und Früchten beibehaltet.

Zutaten

1 Kilogramm Erdbeeren (schon entstielt)
2 Päckchen Diamant Gelier-Rohrzucker 1:1 (á 500 Gramm)
ca. 10 Gramm getrocknete Chiliringe

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Zubereitung

Die schon geputzten und entstielten Erdbeeren in Würfel schneiden und in einen Topf geben. Den Gelierzucker drübergeben und alles gut vermengen. Anschließend bei ständigem Rühren zum Kochen bringen und ca.3-4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Wenn die Marmelade zu kochen beginnt, können die Chiliringe hinzugegeben werden.

Die fertige Marmelade mit Hilfe eines Trichters in ausgekochte Marmeladengläser geben und sofort verschließen.

Ich fülle die Marmealde am liebsten direkt in die schönen Weckgläser ab, dann muss man nur noch ein Etikett draufkleben oder eine Schleife drumbinden und schon hat man ein schönes Geschenk oder Mitbringsel.

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Alles Liebe,

eure Nostalgiaqueen

Was ist eure Lieblingsmarmelade?

Orte der Kindheit – eine kleine Schreibmeditation über scheinbar Verlorenes, oder doch nicht?

Ihr Lieben,

heute war wieder so ein Tag, bei dem mir der Kopf überlief vor Planungen, didaktischer Strukturen, Pläne und Zeiten die ich einhalten muss. Als ich auf dem Weg nach Hause war und beim Autofahren bemerkte, wie unkonzentriert und abgelenkt ich war, sehnte ich mich nach einem Ort der Ruhe, wo ich über all dies nicht mehr nachdenken müsste, aber wo?

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Bei der Abfahrt von der Autobahn kam mir ein Park in Erinnerung, in den wir sonntags oft mit der Familie mit dem Fahrrad fuhren und dann spazieren gingen, auf dem Spielplatz spielten und sonstige Unternehmungen –  von Picknicks bis hin zum Drachensteigen –  machten.  Aber wie würde dieser Park wohl aussehen, nachdem ich seit fast 15 Jahren nicht mehr dort gewesen war? War das saftige Grün mittlerweile in einen riesigen Grillplatz verwandelt, oder wuchsen die Bäume wild und es stand nur noch Gestrüpp herum, oder war er immer noch so schön wie ich ihn in meiner Erinnerung hatte…

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Ich fuhr also von der Autobahn ab, parkte auf dem Parkplatz und ging erwartungsvoll in den Park hinein. Und was mich nach dem dunklen Eingang und direkt hinter den hohen Bäumen empfing, war jenes Kleinod feiner Gartenarchitektur  – der Jubiläumshain in Duisburg – mit Familienplätzen, Spielplätzen, Bolzplätzen, Leseplätzen und einem kleinen Kiosk, an dem wir immer Eis und meine Eltern Kaffee und Kuchen geholt hatten. All dies war ganz aus meiner Erinnerung geraten, doch als ich immer tiefer in den Park spazierte, fühlte ich mich ein bisschen wie Alice im Wunderland.  Schnell war ich wieder in meine eigene Kindheit gezogen und war klein und unbeschwert und nicht mehr das große „Mädchen“, mit all den Sorgen, Terminen und dem Stress.

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Noch einmal…

Als ich so durch den Park streifte, gingen mir sehnsuchtsvoll Gedanken durch den Kopf:  noch einmal so unbeschwert sein wie früher, noch einmal dieses Gefühl spüren, wenn es das Größte ist, wenn man alleine von der Schaukel abspringt und der Vater einem stolz zuschaut. Noch einmal der Mama einen Sandkuchen backen und erwartungsvoll auf den ersten Biss hoffen. Noch einmal eine Mark für ein Eis bekommen und dafür auch wirklich ein Eis bekommen und kein gefrorenes Wasser mit Zuckersirup. Noch einmal sich nicht darum kümmern, wie man aussieht was man trägt, ob man dem neuesten Trends folgt, sondern unbeholfen angezogen sein, mit Blümchen-Print-Leggings, bunten Schuhen und einem Micky Maus T-Shirt. Alles vollkommen egal.

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Während des Spazierens gingen mir all diese sehnsüchtigen Gedanken durch den Kopf:  wie schade es ist, dass wir all diese Ruhe verloren haben, dass wir uns wundern, wenn wir mal einen Hasen auf dem freien Feld sehen, dass für uns das Größte auf einmal einfach vergangen ist. Wie schnell ist das Erwachsenenalter auf uns zugekommen und wie schnell haben wir vergessen, wie unbeschwert wir einmal waren, wie viel Freude wir bei den kleinsten Dingen hatten und wie wir uns nicht um morgen oder die Zukunft gesorgt haben. Unweigerlich kam mit dem Besuch im Park auch jenes Gefühl starker Sehnsucht auf mich zu, das Gefühl einmal auszubrechen nicht mehr zu sein wie man ist, nicht in feste Strukturen gezwängt, keine festen Zeiten, einfach nur leben. Viel zu selten habe ich in der letzten Zeit in all dem Stress und im Alltag mich daran erinnert, wie wunderbar ein Spaziergang im Park sein kann, wie kostbar die Freude über ein kleines Eis ist, oder wie schön es mitanzusehen ist, wenn alles blüht und gedeiht und die Hasen munter auf dem Feld hoppeln. Und gerade in solchen seltenen aber doch kostbaren Momenten, merkt man doch was eigentlich oft zählt und auch fehlt, nämlich die Familie. Viel zu oft vergessen wir im Alltag, dass es das Wichtigste ist, glücklich und zufrieden zu sein, dass alle gesund sind und das nicht der Stress, die Eile, die Hektik und auch nicht der Erfolg und das Vorankommen, sondern der Halt und die Bindung die einem die Familie gibt –  und die man in der Kindheit so viel stärker erlebt als in jeder anderen Zeit, wenn auch oft unbewusst –  viel wichtiger ist als all das.

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All diese wunderbaren Erinnerungen, all diese Orte der Kindheit die uns glücklich gemacht haben, sind doch unverweigerlich verbunden mit der Familie, den Eltern und Geschwistern. Und so habe ich mir vorgenommen, eben jene Orte der Ruhe nicht mehr nur bloße Vergangenheit und märchenhaftes „Es war einmal“ sein zu lassen, sondern mir immer wieder Freiräume zu schaffen und eben an jene Orte zurückzukehren, an denen die Welt sich noch nicht so schnell und unaufhaltsam drehte und nach deren Besuch man mit einem wohligen Gefühl nach Hause kam, aß und schlief und morgen morgen sein ließ.

Also, sucht euch eure Orte der Ruhe, der Kindheit und der Entspannung und entschleunigt den Alltag ein wenig.

Alles Liebe,

eure Nostalgiaqueen

Was sind eure liebsten Orte der Kindheit? Wie entspannt ihr, wenn euch alles über den Kopf wächst?

Autumnal Bramley Apple Pie

In der letzten Woche habe ich endlich meine lang gesuchte Pie Form gefunden. Ich war eigentlich nur zum „Stöbern“ bei TK Maxx, als ich oben in der Haushaltsabteilung eine ganz neue Lieferung Jamie Oliver Kochutensilien fand. Sofort hat mich die cremefarbene und mit Pastellblau abgesetzte Pie Form aus Emaille angezogen und musste für den unschlagbaren Preis von 6 Euro einfach in meinen Einkaufskorb. Neben ein paar tollen Seifen von Heyland & Whittle war dies mein absolutes Wochenhighlight.

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Da die Pie Form auch würdig und vor allem zügig eingeweiht werden muss (um den Kauf vor meinem Mann zu rechtfertigen) habe ich mich heute entschieden, aus den ganzen Äpfeln die ich immer noch besitze, einen leckeren Bramley Apple Pie zu zaubern.

Bramley Apples gehören zu den Kochäpfeln und aufgrund ihrer Säure nicht zu den reinen Speiseäpfeln. In Pasteten, Pies und beim Backen sind sie in England äußerst beliebt, da sie beim Kochen golden und fluffig werden und einen Großteil der Säure verlieren.

Die Briten liebe Pies und Pasties, wobei man fein unterscheiden muss zwischen den süß gefüllten Pies und den deftigen Pasties, die meist in Verbindung mit Cornwall gebracht werden: herrlich dampfende Teigtaschen, gefüllt mit Hackfleisch, Gemüse oder sogar Steak.

Ich liebe die neue Pie Form, denn sie hat innen eine Kennzeichnung in Form eines doppeldeutigen Pie Charts (Kreisdiagramm). Eingeteilt nach Gier und Alterstrufe kann man hiemit entscheiden, wie groß das Stück für jedes Schleckermäulchen ist.

Hier nun also das typsiche englische Bramley Apple Pie Rezept, welches ich auf der britishfood Homepage gefunden habe. Da der Teig dort aber mit Schmalz gemacht wird (welches ich nie zu Hause habe) habe ich den Teig von der Jamie Oliver Homepage.

Zutaten

Für den Teig:

250g Mehl

Zitronenschale von einer Zitrone

50g Puderzucker

eine Messerspitze Salz

125g kalte Butter oder Margarine

ein großes Ei

ein wenig Milch

Für die Füllung:

700g Kochäpfel, geschält, erntkernt und geviertelt (Boskop etc.)

2 TL Zitronensaft

100g Zucker

4 TL kaltes Wasser

1 gestrichener TL gemahlener Zimt

25g Butter oder Margarine

1 Ei zum Glasieren

Zubereitung

Den Backofen auf 180°  Umluft vorheizen. Das Mehl in eine große Schüssel sieben und die Zitronenschale, den Zucker und das Salz hinzugeben. Nach und nach die Butter in kleinen Würfeln hinzugeben und mit den Händen verkneten, bis ein krümeliger Teig entsteht.

Das Ei in die Schüssel schlagen und ein wenig Milch hinzugeben. Den Teig nun schnell verarbeiten, bis ein geschmeidiger glatter Teig entsteht. Den fertigen Teig in Klarsichtfolie wickeln und in den Kühlschrank geben, bis die Füllung fertig ist.

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Die geschälten, entkernten und geviertelten Äpfel in einen Topf geben und mit dem Wasser und dem Zitronensaft weich kochen. Den Zucker und den Zimt zu den gekochten Äpfeln geben und gut vermischen.  Den Topf vom Herd nehmen und die Butter hinzufügen. Die Apfelmischung muss nun ein wenig abkühlen. Wer mag kann auch Rosinen oder Mandelsplitter in die Füllung geben, je nach Geschmack.

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Die Arbeitsplatte mit Mehl bestäuben und den Teig in zwei gleichgroße Teile teilen. Beide Teighälften je  1/2 cm dick ausrollen. Die erste Teigplatte auf das Nudelholz aufrollen und in eine runde 20cm große Pie Form heben. Den Teig andrücken, so dass keine Luft zwischen Teig und Form ist. Falls der Teig Risse oder Löcher hat können diese einfach geflickt werden.

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Die Apfelfüllung in die Teigform geben und gut verteilen. Ein Ei trennen und das Eigelb mit ein wenig Milch verquirlen. Die Ränder des Teiges mit der Eiermischung bestreichen und den Teigdeckel oben drauflegen und andrücken. Den überstehenden Teig kann man umklappen und einen Rand daraus formen (ich habe ihn mit den Zinken der Gabel verziert). Die restliche Eiermischung auf den Pie streichen und mit einem Messer einige kleine Einstiche machen, um den Dampf beim Backen abzulassen. Wenn noch Teig übrigbleibt, kann man mit Keksausstechern daraus Deko machen und diese mit dem Ei auf den Deckel kleben.

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Im vorgeheizten Backofen ca. 40-45 min backen, bis eine goldbraune Kruste entstanden ist.

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Am liebsten esse ich den Bramley Apple Pie mit Vanillesauce, Vanilleeis oder Sahne.

Enjoy it!

Was ist euer Lieblingskuchen in  der kalten Jahreszeit? Habt ihr noch andere Lieblings-Apfelrezepte?