Sonne, Strand und Seeligkeit – Low-Budget-Ferien auf Sylt

Moin moin ihr Lieben,

mehr als eine Woche war es nun ruhig auf meinem Blog, denn nach einer spannenden Zeit in Berlin ging es für mich, meinen Mann und meine Schwester mit Partner nach Sylt, zu unserer Mutter.

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Seit ich denken kann ist Sylt unser Sommer- und Winterziel, zumal unsere ganze Familie dort lebt. In den letzten Jahren beobachten wir aber alle mit Sorge, wie sich die Insel durch den Tourismus verändert und nicht so sehr zum Positiven. Als wir dann wieder daheim waren, kam passenderweise die WDR Reportage: Sylt  – Ausverkauf einer Insel, die genau jene schwierigen Themen aufgriff: der mangelnde Wohnraum für Sylter, die zunehmende Verarmung der Insulaner, der Leerstand vieler Häuser aufgrund der Zweitwohnbesitzer, das harte Los der Sylter Kaufleute und auch die Dekadenz, welche die Urlauber teilweise an den Tag legen, als wäre dies aufgrund ihrer enormen Ausgaben „ihre Insel“. Schon lange ärgern wir uns über diese Umstände und so war dieser Sylturlaub ein Aufenthalt, bei dem wir ausschließlich die urtümlichen Dinge genossen haben, den Strand, das Meer, die Sonne und nur ein Minimum an Luxus: kein Shopping in Westerland, kein Besuch in Kampen, kein überteuertes Essen in Luxusrestaurants, sondern Radfahren, Spazieren, Kultur und Familie. Nach diesen kritischen und nachdenklichen Worten will ich euch einen kleinen Einblick in „mein Sylt“ geben und die Insel von ihrer schönen und erschwinglichen Seite zeigen.

Was kostet die Welt (auf Sylt)? –  Gar nicht so viel!

Wer auf Sylt ist, der sollte es nicht verpassen, sich ein Rad zu leihen (ab 5 Euro pro Tag), oder sein eigenes Rad mitzubringen, um die Insel und ihre Schönheit zu erkunden. Meine allerliebste Strecke führt mich von Westerland über Wenningstedt und Kampen durch die Dünen nach List. Die nördlichste aller deutschen Städte hat sich in den letzten 15 Jahren zu einem wahren Magneten für Touristen entwickelt und erinnert so gar nicht mehr an das List, das ich als Kind kannte, mit einer kleinen Fischbude und einem winzigen Souvenirladen. Dennoch ist List immer wieder einen Besuch wert, auch wenn mich die Läden allesamt nicht anziehen, so spaziere ich gerne unten am Watt an der Promenade, oder setze mich mit einem Kaffee an den Hafen und schaue mir die Schiffe an.

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Auf dem Rückweg hatte ich dann einen richtigen Jieper auf Eis, aber leider gibt es auf Sylt meines Erachtens keine tolle Eisdiele, die nicht überteuertes Eis verkauft – so dachte ich – bis ich auf der rechten Straßenseite in List das Schild der Sylter Eismanufaktur sah. Kurz den Mann überredet, dass Eis jetzt dringend notwendig sei, ging es in dieses wirklich zauberhafte Eiskaffee. In pastelligen Tönen, mit weißen Möbeln und liebevollen Accessoires, empfängt einen die Eismanufaktur mit (für Sylt) humanen Preisen (1,30 pro Kugel), super großen Kugeln und traumhaften Eiskreationen. Es gibt „nur“ ca. 11 Sorten, aber diese sind wirklich exklusiv und könnten leckerer nicht sein. Da die Kugeln wirklich groß sind, habe ich mich für 2 Sorten entschieden: Gesalzenes Caramel und Buttermilch Maracuja, ein Traum. Wer lieber drinnen oder auf der Terrasse einen Kaffee oder Kakao trinken möchte, der kommt für schlappe 2,50 Euro auch auf seine Kosten. Ein wahrer Geheimtipp für alle Schleckermäulchen.

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Von List ging es wieder über Kampen zurück nach Wenningstedt, wo der Fischgigant Gosch jetzt ein weiteres Restaurant direkt auf der Promenade gebaut hat. Man kann über Gosch sicher sagen was man möchte und ich bin auch kein Freund seiner Monopolwirtschaft, aber der Fisch, die Brötchen und die Gerichte sind qualitativ gut und für den Preis wirklich ansprechend und so haben wir uns bei einem traumhaften Blick aufs Meer ein Lachsforellen-Brötchen mit Honig-Senf Soße gegönnt (zwischen 3 und 3,50 Euro je nach Lage der Fischbude).

2014-07-20 15.36.33Mit einem Zwischenstopp in der Friesenkappelle in Wenningstedt, die immer wieder einen Besuch wert ist, als Ort der Ruhe und der Besinnung, ging es weiter am Dorfteich entlang in Richtung Westerland. Auch hier kann man für wenig Geld eine schöne Zeit verbringen. Wenn der Volvo Surfcup ist, gibt es gleich an mehreren Abenden Programm, so zum Beispiel der hervorragende Poetry Slam, für den die jungen Poeten extra aus dem Ruhrgebiet, der Pfalz und Mitteldeutschland angereist sind. Vollkommen gratis erlebt man hier humorvolle, moderne, aber auch nachdenkliche, kritische und mitreißende Gedichtkunst und dank der Boxen die überall auf der Promenade angebracht sind, wir man am Strand beim Sonnenuntergangspicknick noch kostenlos unterhalten und kann mitschmunzeln.

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So geht ein wunderbarer und kostengünstiger Tag auf Sylt dem Ende entgegen: fernab von Prunk und Protz kann man hier seine Ruhe finden, sich aktiv betätigen, sich besinnen und die Zeit mit Freunden und Familie genießen.

Romero Britto – Ein Highlight in Westerland

Schon im letztem Jahr hatte ich euch über den Besuch des Pop-Art Künstlers Romero Britto berichtet, der ganz wunderbare Kunstwerke malt und trotz seines Erfolges und als derzeit gehandelter Nachfolger Warhols, vollkommen unprätentiös und nett ist. Auch dieses Jahr kam Britto wieder auf die Insel um in der Galerie Mensing seine Bilder vorzustellen und die Ausstelung zu eröffnen. Bei Live-Jazz und eigekühlten Drinks hatte ich die große Freude, kurz mit Romero zu sprechen und dann kam mein persönliches Highlight, denn als wir ein Bild mit ihm gemacht hatten sagte er: „Wait a moment, I wanna draw you“ und so erhielten mein Mann und ich kostenfrei ein Portait von uns beiden, dass wir neben das letztes Jahr gekaufte Romero Bild hängen werden. Was ein Tag!

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Alles Liebe,

eure Nostalgiqueen

Was ist eure Lieblingsinsel? Wie steht ihr zum Ausverkauf der Insel Sylt?

Fischernetze, vegane Schuhe und Tannenbäume – Nachhaltige Mode auf dem Lavera Showfloor

Ihr Lieben,

nach einer 7-stündigen Busfahrt bin ich am Mittwoch endlich in Berlin auf der Fashionweek angekommen. Die Hauptstadt begrüßte mich dabei mit einem spektakulären Gewitter, Regen und einer subtropischen Luft. Kurz im Zimmer frischgemacht und umgezogen, ging es für mich dann los zur ersten Show: der Eröffnung des Lavera Showfloors. Lavera ist bekannt für seine Naturkosmetikprodukte, von Honigbodylotion über Limettenduschgel bis hin zu Orangenbadesalz und das alles natürlich und ohne Tierversuche.

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Mit einer fulminanten Show wurde der Lavera Showfloor im Umspannwerk am Alexanderplatz dann um 18 Uhr eröffnet und da das Motto des Showfloors der sinnvolle Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen und nachhaltige Mode war, machte ich mich ganz nachhaltig zu Fuß auf von Berlin Mitte zum Alex, ein ganz schöner Marsch.

1. Showtag: Mittwoch 9.07.14

Die bezaubernde und hochschwangere Nazan Eckes eröffnete in einem grünen wie sie selber sagte „Tannenbaumkleid“ (was aber eigentlich an eine Aloe Vera Pflanze erinnern sollte) die Show und dann folgte eine ganz Riege von Stars, angeführt von Franziska Knuppe in einem roten Traum (Nathalie Bähr), gefolgt von Jorge González in einem futuristischen Anzug (Fatma Aslan) und abschließend Sila Sahin in einem weißen ganz zauberhaften mit Blüten besetzten Brautkleid von Anna Madina.

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Unter dem Motto „Celebrating Natural Beauty“ war der Lavera Showfloor in den letzten 3 Tagen vom 9-.11.07 der wohl grünste Showroom der Fashionweek. Zur Eröffnungsshow kamen daher auch die Grünen Politikerinnen Renate Künast und Katrin Göring-Eckardt, die in der Front Row Platz nahmen, um die tollen Designs der Fahmoda Absolventen Danny Reinke und Ramona Huppert  zu bestaunen. In den Pausen zwischen den Shows wurde man am Eröffnungstag als Mitglied der Presse mit allerlei kleinen Leckereien verwöhnt, wie zum Beispiel Jakobsmuscheln auf Spargelsalat, feinsten Pralinen aus weißer Schokolade oder einem traumhaft cremigen Dessert aus Mascarpone und Erdbeeren.

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Nach der Eröffnungsshow folgte dann direkt das nächste Highlight, nämlich die Shows von arrey fashion, Nikolay Bozhilov, Ramona Huppert und Danny Reinke. Besonders in Erinnerung bleibt mir die Show von Danny Reinke, da sein Thema das Meer und die Seefahrt war und er im Sinne einer nautisch-maritimen Mode, sowohl Fischernetze, Reusen und Seile mit ganz wunderbaren Abendkleidern verband, leider nicht wirklich tragbar, aber dennoch imposant anzsuchauen. Am tragbarsten waren für mich eondeutig die luftig leichten Kreationen des bulgarischen Designers Nikolay Bozhilov, in denen die Models elfengleich über den Laufsteg schwebten. Wunderbar zarte Stoffe, Transparenz und minimale Details machten diese Kreation für mich wirklich alltagstauglich und der Name der Kollektion „Symbiosis“ erscheint mir doch recht gelungen, da Kleid und Körper eine perfekte Verbindung eingehen.

2. Showtag: Donnerstag 10.07.14

Am zweiten Tag ging es auch wieder um 18 Uhr auf dem Lavera Showfloor los, diesmal mit den versprochenen veganen Schuhen. Gefrühstückt (und mit meinem knallig pinken Leuchtturm Planer den Tag organisiert) habe ich mal wieder bei Mogg&Melzer in der jüdischen Mädchenschule, meinem absolutem Lieblings New York-Berliner Deli.

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Danach war ich noch in der Ecoist-Presselounge am Potsdamer Platz, um mich ein wenig auszuruhen, Fotos zu editieren und die Kleider von Tatjana Prijmak zu bewundern, die ebenfalls auf Eco-Design setzt. Lustigerweise habe ich in der Lounge einen alten Bekannten meines Mannes getroffen, den Düsseldorfer Brautmodendesigner Emanuel Hendrik Bell. Wie klein die Welt doch manchmal ist…

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Nach einem Besuch der Galeries Lafayette und einiger anderer Hotspots, ging es mal wieder zu Fuß vom Brandenburger Tor gen Alexanderplatz und so schaffte ich es erst zur zweiten Show, die von Karen Webb moderiert wurde.

Für mich ging es aber dennoch direkt mit einem Highlight los, der Mode von Ivana Basilotta. Die Designerin ist unter den führenden Labels im Premiumsektor der nachhaltigen Mode und das vollkommen zu Recht. Ihre aktuelle Kollektion „No one´s skin“ besteht aus veganen Schuhen (veganes Leder aus Samen und Körnern, sowie „Wildleder“ aus Recyclingprodukten), die „konventionellen“ Schuhen aber in nichts nachstehen, im Gegenteil, ich hätte mir jedes dieser traumhaft schönen Paar direkt vom Catwalk stibitzen können, da sowohl das Design als auch die Materialien und die Verarbeitung einfach wunderschön waren.

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Für mich ging es nach der Show bereits nach Hause, da ich vollkommen kaputt war und mich am Freitag ja bereits um 12 das Fashion Blogger Café erwartete, von dem ich euch auch in Kürze berichten werde.

Alles Liebe,

eure Nostalgiaqueen

Habt ihr euch schon einmal mit „Eco-Fashion“ beschäftigt? Was ist eure Meinung zu nachhaltiger Mode?