Shepherd´s Pie an Erntedank

Ihr Lieben,

heute ist nicht nur Erntedank, sondern bei uns in Lüneburg gehen auch mit der Fassverbrennung die Sülfmeistertage zu Ende, an denen wir den historisch bedeutsamen Sülfmeistern (die die Sole in Pfannen gesiedet haben) mit Spielen, historischem Markt und dem Kopefestumzug gedenken. Zudem ist heute aber eben auch Erntedank, jenes Fest, an dem wir für die Gaben des Feldes dankbar sind und gerade heute denke ich wieder daran, wie gut es uns geht: wir haben Essen auf dem Tisch, eine warme Wohnung, die Zeit um in die Stadt zu gehen und den Feierlichkeiten beizuwohnen und noch vieles mehr abseits der Ernte für das ich dankbar bin.

Nach einem kurzen Spaziergang und dem Beiwohnen bei der Fassverbrennung sind wir nun bei kühlen 8 Grad wieder daheim und bei solch herbstlich kühlem Wetter und an Erntedank passt doch nichts besser als ein traditioneller Shepherd´s Pie, auch bekannt als Cottage Pie. Dieses ursprüngliche leftover Essen ist seit meiner Zeit in England ein absolutes Herzensgericht, schnell und einfach zuzubereiten, herrlich deftig und einfach nur delicious. Viel Spaß beim Nachkommen 🙂

Zutaten:

300 Gramm Rinderhackfleisch (Alternativ Sojageschnetzeltes)                 

2 Schalotten                                                                                                                                                               

1 Knoblauchzehe                                                                                                                                                         

1 Glas Erbsen und Möhren (ohne Zucker)                                                                                                              

1 Stange Lauch

2 EL Bisto (gekörnte Fleischbrühe, alternative eine vegan dunkle Bratensauce)                                                

1,5 TL Gemüsebrühe (Pulver)                                                                                                                                   

1 Packung Thüringer Kloßteig

Zubereitung:

Den Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Zunächst den Knoblauch und die Schalotten sowie den Lauch fein würfeln, bzw. fein schneiden. Das Rindfleisch ohne Fett in einer beschichteten Pfanne anbraten und nach kurzer Zeit Knoblauch, Schalotten und Lauch hinzugeben und alles braun anrösten.

Nun ca. 1 ,5 TL Gemüsebrühepulver hinzugeben und kurz mit anrösten, dann das Bisto hinzugeben und ebenfalls kurz mit anschwitzen und nach einer halben Minute mit gut 150 ml Wasser ablöschen. Bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Soße etwas andickt. Ggf. mit etwas Salz abschmecken und dann die Erbsen und Möhren hinzugeben und kurz mitkochen lassen.


Die fertige Mischung in eine mittelgroße Auflaufform geben und mit einem Silikonspachtel glatt streichen. Anschließend den Kloßteig oben drauf streichen und ebenfalls mit einem Silikonsprachtel glatt ziehen. Wer lieber Kartoffelpüree mag kann dies auch wunderbar verwenden und wenn man das Gericht für Gäste kocht, kann man mit einem Spritzbeutel auch kleine Rosetten aus dem Kartoffelpüree aufspritzen.

Den Shepherd´s Pie bei 180 Grad Umluft ca. 20-25 Minuten auf der mittleren Schiene backen und zwischendurch mit einem Zahnstocher gucken, wie weit die Teigmasse ist. Wenn der Kloßteig eine schöne braune Farbe am Rand angenommen hat, kann der Pie aus dem Ofen genommen und heiß serviert werden.

Enjoy,

eure Nostalgiaqueen

Wiener Schmankerl- Österreichische Knoblauchsuppe und Wiener Schnitzel

Ihr Lieben,

jeden Donnerstag verwandelt sich unsere kleine aber feine Altbauwohnung in ein duftendes und dampfendes Bisschen österreichische Heimat, denn dann kommt mein Papa zu Besuch und wir machen es uns bei Schmankerln aus dem Wienerwald gemütlich und schauen österreichische Serien oder Filme (zuletzt Sacher, heuer Braunschlag. Sehr zu empfehlen).

Letzte Woche gab es zum ersten Mal selbstgemachte Knoblauchsuppe, denn die essen wir in Österreich immer im Wirtshaus als Vorspeise und selbst wenn man kein riesiger Knoblauchfan ist, schmeckt diese Suppe einfach herrlich und überhaupt nicht so, wie man es sich vielleicht vorstellen mag. Als Hauptgang gab es dann standesgemäß ein echtes Wiener Schnitzel vom Kalb mit Erdäpfeln (Kartoffeln) und dem besten Gurkensalat nach dem Rezept meiner Oma.

Zutaten für die Knoblauchsuppe (3-4 Personen)

2-3 kleine Schalotten
1 1/2 Knollen Knoblauch
30g Mehl
400 ml Gemüsefond
600 ml laktosefreie Milch
2-3 EL Sojasahne
2 Knoblauchzehen extra
Salz
Pfeffer
eine Hand voll glatte Petersilie
2 Scheiben glutenfreies Brot
neutrales Öl oder Margarine zum Anrösten
2 Zweige Thymian

Zubereitung

img_9592Zunächst einmal den Knoblauch und die Schalotten fein hacken und beides getrennt zur Seite stellen. Nun 2 EL Öl oder Butter in einem Topf erhitzen und die Schalotten darin andünsten bis sie leicht braun sind.  Das Mehl hinzugeben und ganz kurz anrösten und dann mit dem Gemüsefond und der Milch ablöschen und gut verquirlen. Die Suppe ca. 5 Minuten kochen lassen und anschließend den gehackten Knoblauch hinzugeben und weitere 5 Minuten kochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und zuletzt noch die 2 extra Knoblauchzehen in der Knoblauchpresse zerquetschen und hinzugeben. Die Suppe mit Salz, Pfeffer und gehackter glatter Petersilie abschmecken und mit 2 EL Sojasahne verfeinern. Die Suppe vom Herd nehmen und abgedeckt ruhen lassen.

In einer beschichteten Pfanne etwas Fett schmelzen lassen. Die Scheiben Brot in kleine Würfel schneiden und im heißen Fett mit 2 Zweigen Thymian ausbacken. Die fertigen Croutons auf etwas Küchencrepe abtropfen lassen. Die Suppe mit einem Zauberstab pürieren und die Croutons kurz vor dem Servieren auf die Knoblauchsuppe geben.

Echtes Wiener Schnitzel mit Gurkensalat und Erdäpfeln

Wenn ich in Deutschland ins Restaurant gehe und auf der Karte wie so oft „Schnitzel Wiener Art“ lese, muss ich als Halbösterreicherin schon schmunzeln, denn außer dass es sich dabei um Fleisch mit einer Panade handelt, haben diese sogenannten „Schnitzel“ nichts mit dem feinen Wiener Schnitzel gemein. Ein echtes Wiener Schnitzel ist vom Kalb, aus der Oberschale, hauchdünn plattiert und mit einer knusprigen welligen Panade, die sich leicht vom Fleisch abhebt und nicht ein dickes Stück zähes Schweinefleisch in fettiger Panade, ertränkt in einer dieser unsäglichen Soßen um das ganze irgendwie runterzubringen und dann auch noch Pommes dazu. Nein danke! Für all jene, die wirklich mal ein Schnitzel essen wollen, hier nun das Rezept:

Zutaten (für 2 Personen)

2 Kalbsschnitzel á je 150 Gramm
60-70 Gramm Panko Paniermehl
100 Gramm Maismehl oder Weizenmehl
2 Eier
Butterschmalz und Sonnenblumenöl zum Ausbacken

1 Schlangengurke
1 EL Sonnenblumenöl
1 EL lauwarmes Wasser
2 EL Hesperiden Essig (alternativ Weißweinessig)
Salz
Pfeffer
1/2 EL Zucker oder einen guten Spritzer Süßstoff
Paprikapulver edelsüß
1-2 Knoblauchzehen

Kartoffeln nach Belieben

img_9864Zubereitung

Für den Gurkensalat zunächst die Gurke schälen und mit einer Reibe in feine Scheiben in
eine Schüssel reiben. Die Scheiben ordentlich
salzen und vermengen und beiseite stellen. Für das Dressing den Zucker in eine kleine Schüssel geben und mit dem Essig vermengen, bis sich der Zucker langsam auflöst. Nun das Öl und das lauwarme Wasser hinzugeben und alles gut verquirlen. Zuletzt Salz, Pfeffer und eine gute Prise Paprikapulver sowie 1-2 in der Knoblauchpresse zerquetschte Knoblauchzehen hinzugeben und alles beiseite stellen.

Die Kartoffeln schälen und in reichlich gesalzenem Wasser bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten kochen.

Die Schnitzel auf ein großes Holzbrett legen, mit einem Stück Küchenfolie abdecken und am besten mit einer schweren (eisernen) Pfanne plattieren. Wichtig dabei ist, die Pfanne beim Plattieren zu einem hinzuziehen und nicht einfach platt auf die Schnitzel zu schlagen. Wenn die Schnitzel etwas mehr als einen halben Zentimeter haben, sind sie perfekt und können auf beiden Seiten leicht mit Salz gewürzt werden. Drei tiefe Teller bereitstellen und in den ersten das Mehl gaben, in den zweiten die beiden Eier geben und verquirlen und in den dritten Teller das Pankomehl. Die Schnitzel nun zuerst sorgfältig im Mehl wenden, gut andrücken und schauen, dass alle Stellen bedeckt sind und vor dem Eierbad das überschüssige Mehl sanft abklopfen. Die mehlierten Schnitzel im Ei und anschließend im Pankomehl wenden und dieses auch wieder sanft andrücken. Die panierten Schnitzel beiseite legen, bis das Fett erhitzt ist.

In der Zwischenzeit die Gurken in ein Sieb schütten und gut ausdrücken, so dass das ganze Wasser abläuft. Die Gurken nun in eine Schüssel geben, das Dressing schnell noch einmal aufquirlen und über die Gurken geben und mit ein wenig Paprikapulver bestreuen.

img_9862Reichlich Butterschmalz und Öl in einer gußeisernen Pfanne erhitzen und mit einem Zahnstocher oder Holzlöffel testen, ob das Fett heiß genug ist (wenn sich am Holz Bläschen bilden hat das Fett die richtige Temperatur). Die Schnitzel nun am besten einzeln in das Fett geben (die Schnitzel müssen fast bedeckt sein) und die Pfanne ein wenig schwenken. Während des Backens die Schnitzel mit einem Löffel mit dem heißen Fett nappieren und erst wenden, wenn der Rand schön goldig braun ist. Bei diesen dünnen Schnitzeln reichen meist 3 Minuten von jeder Seite. Das Begießen mit dem Öl sorgt für schöne Blasen am Schnitzel, die meiner Meinung nach essentiell sind. Die Schnitzel aus der Pfanne kurz auf einem Küchentuch abtropfen lassen und dann sofort servieren.

Die Kartoffeln abschütten und die noch heißen Schnitzel mit dem Gurkensalat und etwas Preiselbeeren sowie einer Zitrone auf dem Teller anrichten.

An Guadn!

Eure Nostalgiaqueen

Habt ihr schon einmal Original Wiener Schnitzel gegessen? Was ist euer Lieblingsschmankerl?