Wiener Apfelstrudel – Leichter(er) Wintergenuss mit Stevia

Vor Kurzem hatte ich das große Glück, Steviazucker von SweetFamily Nordzucker testen zu dürfen. Ich kannte Stevia schon, war aber bis dato immer sehr skeptisch, ob das mit der Süße, der Dosierung etc. so klappen würde, wie ich mir das vorstelle.

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Was ist Stevia?

Stevia ist seit knapp zwei Jahren immer häufiger in den Regalen und in Lebensmitteln zu finden. Es gibt Marmeladen mit Stevia, Soft-Drinks und auch Bonbons. Stevia ist eine super Alternative zu herkömmlichem Zucker. Der Zucker wird aus der Stevia-Pflanze (Stevioglycoside) gewonnen und ist somit im Gegensatz zu künstlich produziertem Süßstoff ein reines Naturprodukt. Der aus den Steviablättern gewonnene Extrakt ist meist sehr süß und nur schwer dosierbar und kann daher nicht wie herkömmlicher Zucker verwendet werden. Die Steviasüße ist 200-300 mal stärker als die gleiche Menge Zucker.

Das Gute an dem neuen Steviazucker von SweetFamily ist jedoch, dass hier herkömmlicher Zucker und Stevia kombiniert wurden, so dass man den Steviazucker wie normalen Zucker zum Backen, Kochen und Süßen einsetzen kann. Auch in der Anzahl der Kalorien schlägt sich der Einsatz von Stevia nieder. Das Gemisch hat rund 50% weniger Kalorien als reiner Zucker. Auch Allergiker können den Steviazucker nutzen, denn er ist frei von Gluten und Laktose. Die Hälfte an Kalorien spart man dadurch, dass immer nur die Hälfte der angegebenen Zuckermenge durch Steviazucker ersetzt wird, da die Süßkraft doppelt so stark ist.

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Backen und Kochen mit Stevia

Zum Glück war in meinem Paket ein kleines Rezeptheft von SweetFamily mit „Leichten Weihnachtsrezepten“ sowie ein weiteres Blatt mit drei köstlichen Rezeptvorschlägen. Auf der Seite von SweetFamily kann man sich noch mehr Rezepte direkt als PDF runterladen. Außerdem kann man wunderschöne Etiketten erstellen und drucken, um so seine selbstgemachten Marmeladen und Plätzchen hübsch zu beschriften und verpacken.

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Da ich gerade von einer lieben Kollegin 4 Kilo allerfeinste Äpfel aus dem eigenen Garten bekommen hatte, dachte ich mir, ich probiere direkt mal das Apfelstrudelrezept aus.

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Apfelstrudel hat in meiner Familie eine lange Tradition. Schon meine Wiener Großmutter hat bei jedem Besuch den herrlichsten Apfelstrudel gebacken und auch mein Papa steht ganz in dieser österreichischen Tradition und hat jedes Jahr zum Beginn der Weihnachtszeit die Küche okupiert, das Strudelbrett rausgeholt und uns komplett verbannt, denn Strudel kann nur eine Person machen. Angezogen von dem Duft nach Zimt, Korinthen und Äpfeln schlichen meine Schwester und ich ungeduldig vor der Küche rum, versuchten auf den Teig zu lünkern, um zu sehen ob dieser schon fertig ist, schauten immer wieder neugierig auf den Ofen, ob dieser schon vorgeheizt war und waren glücklich als wir sahen, dass die Vanillesauce köchelte und die geschmolzene Butter fast alle war, denn das bedeutete, dass der Apfelstrudel bald fertig sein musste.

Wenn Apfelstrudel zubereitet wurde, war dies eine Ganztagesaufgabe, denn mein Vater machte stest 6-7 Strudel, die dann (bis auf einen zum direkten Verzehr) eingefroren und an den Adventswochenenden aufgetaut wurde. Gemeinsam mit Vanillesauce, Tee, Sahne und Kandis sowie original Wiener Staubzucker wirklich ein Hochgenuss.

In Wien erzählt man sich die Legende, dass der Strudelteig so dünn „gezogen“ werden muss, dass man eine Zeitung drunter legen und diese lesen kann. Strudelteig darf man überhaupt nur ziehen, Rollen wäre ein Hochverrat. Mein Vater beherrscht diese Kunst wahrlich wie kein anderer und so kann ich stolz behaupten, dass der Strudel meines Vaters (und meiner lieben Oma) für mich der weltbeste Apfelstrudel ist.

Dennoch wollte ich einen Versuch wagen und die bekannteste aller Wiener Mehlspeisen selbst einmal zubereiten. Da die Weihnachtszeit ja ohnehin eine Zeit des Schlemmens und Naschens ist, kam mir der Steviazucker sehr gelegen. Herrlichen Apfelstrudel genießen und dabei auch noch (fast) kein schlechtes Gewissen haben 🙂

Zutaten

Für den Teig

300 g Weizenmehl, Type 500

1 Prise Salz

100 ml warmes Wasser

1 Ei (Größe M)

50 ml Speiseöl

1 EL ÖL

2 EL Mehl zum Bestreuen

30 gr Butter oder 2 EL Milch zum Bestreichen

Für die Füllung

1 kg Äpfel

40 g SweetFamily SteviaZucker

60 g Rosinen

50 g Mandeln

1/2 TL Zimt

40 g Butter

50 g Semmelbrösel

30 g Semmelbrösel für den Teig

Zubereitung

Den Backofen auf 180 ° Umluft vorheizen. Für den Teig alle Zutaten in einer Rührschüssel mit den Knethaken des Handmixers zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig zu einer Kugel formen, dünn mit Öl bestreichen und anschließend in Klarsichtfolie gewickelt für 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Für die Füllung werden die Äpfel geschält, entkernt und mit einer Reibe in feine Scheiben gerieben. In dem Rezept von SweetFamily stehen zwar Würfel, aber der echte Wiener Apfelstrudel ist für mich immer mit dünnen Apfelscheiben. Das kann aber natürlich jeder für sich entscheiden. Während des Raspelns die bereits geraspelten Äpfel mit etwas Zitronensaft beträufeln, damit diese nicht so schnell braun werden. Die Äpfel anschließend mit SweetFamily SteviaZucker, Rosinen, Mandeln und Zimt vermischen. Bei mir kommen die Semmelbrösel auch bereits unter die Äpfel.

Ein Küchentuch auf die Arbeitsfläche legen und dünn mit Mehl bestreuen. Den Teig ebenfalls mit Mehl bestreuen und auf 20 x 30 cm ausrollen. Jetzt kommt der schwierige Teil, denn der Teig muss auf 40 x 60 cm dünn ausgezogen werden. Sollte der Teig Risse bekommen, können diese geflickt werden.

Zuletzt die Butter schmelzen, den Teig damit bestreichen und die 30 g Semmelbrösel darauf streuen. Die Füllung auf dem vorderen Teil verteilen und etwas andrücken, so dass eine dicke Rolle entsteht. Den Teig mit Hilfe des Tuches zu einem Strudel aufrollen und die Ränder des Teiges umlegen, so dass die Enden geschlossen sind (auf dem Bild seht ihr dieses auch). Den Strudel vorsichtig auf Backpapier rollen und auf ein Backblech ziehen.

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Die 30g Butter schmelzen und den Strudel mit der geschmolzenen Butter (nur ein wenig) oder der Milch bestreichen. Bei 180° muss der Strudel nun 50 min backen. Wenn ihr euch für die etwas fettere (aber auch leckerere) Variante mit der geschmolzenen Butter entscheidet, müsst ihr die Butter während des Backens flüssig halten und den Strudel ca. alle 10 Minuten einstreichen, damit er schön knusprig wird.

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Den heißen Strudel in Stücke schneiden und nach Belieben mit Vanillesauce und Staubzucker servieren.

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Guten Appetit!

Habt ihr schon einmal mit Stevia gekocht oder gebacken ?

Wiener Gugelhupf – Eine Homage an meine liebe Omi

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Heute begann der Tag schon mit Sonnenschein und als ich das Schlafzimmerfenster öffnete kam dieser sommerliche Geruch ins Zimmer geströmt, der Duft von frisch geschnittenem Gras, Blumen und nach Frühstück in der Sonne.

Mit dem Duft kamen die Erinnerungen in meine Wohnung geströmt: Die Erinnerung an meine geliebte Oma aus Wien, das Gefühl wenn man morgens durch die Sonnenstrahlen geweckt wurde, die einem auf der Nase kitzelten und den Tag bereits mit einem wunderbaren Gefül anfingen ließen. Wenn man dann aufstand und auf die Terrasse ging, die über ein wunderbar blühendes Sonnenblumenfeld blickte, sich die Rosen ansah und meine Oma, wie Sie bereits mit frischgekochten Kaffee auf der Terrasse saß schlägt mein Herz heute noch höher.

Bei meiner Großmutter wurde immer wenn wir zu Besuch waren auf der Terrasse gefrühstückt und immer gab es das gleiche Ritual: die Brötchen vom Vortag wurden direkt auf der Ofenplatte „aufgebacken“, es gab immer Kaffee aus der italienischen Caffettiera, ein besonderer Stolz meiner Oma, der ein wenig südländischen Flair über den Brenner (Grenzpass zwischen Österriech und Italien) gebracht hatte. Meine Oma nahm immer nur einen halben Zuckerwürfel in ihren Kaffee und ich werde nie vergessen wie sie mit ihren über 80 Jahren den Zuckerwürfel einfach in zwei Hälften brach. Es gab immer erst die Brötchen, dann ein Vinschgauer dann ein Kipferl (Hörnchen aus süßem Teig) und wenn alle schon fast fertig waren holte meine Großmutter den Gugelhupf aus der Küche. Jeder musste ein Stück essen, egal wie satt man war, ein Stück Gugelhupf gehörte einfach zum Frühstück dazu.

Als all diese wunderbaren Erinnerungen heute hochkamen dachte ich, das ist genau der richtige Tag um einen kleinen Wiener Gugelhupf zu backen und so holte ich all meine Backsachen raus, inklusive dem Wiener Streuzucker (besonders feiner Zucker, den die Wiener für ihre zahlreichen Mehlspeisen benutzen), den mein Vater mir vor kurzem noch aus Wien mitgebracht hatte. Hier nun das Rezept für euch zum Nachbacken:

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Zutaten:

400 g Mehl

200 g Margarine oder Butter

100 g Puderzucker

100 g Zucker

4 Eier

250 Ml Milch

1 Päckchen Backpulver

1 Päckchen Vanillezucker

Saft und Schale einer halben Zitrone

Rosinen nach Geschmack

ein Schuss Rum oder Eierlikör nach Geschmack

Zubereitung:

Zunächst die 4 Eier trennen und das Eiweiß zur Seite stellen. Die Margarine mit dem Puderzucker mit dem Handrührgerät cremig schlagen. Als nächstes die 4 Eigelbe hinzugeben und weiter rühren. Jetzt den Vanillezucker, die Milch, die Zitronenschale und den Zitronensaft hinzugeben und weiterhin zu einer cremigen Masse verrühren.

In einer weiteren Schüssel das Mehl mit dem Backpulver fein sieben und zu der Margarinemasse geben und gut verrühren.

Die Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen und nach und nach den Zucker hinzugeben und zu einer steifen glänzenden Masse aufschlagen (ähnliche wie eine Baisermasse).

Im letzten Schritt die Eiweißmasse in mehreren Portionen unter die Teigmasse heben, so dass ein ganz lockerer und fluffiger Teig entsteht.

Wer mag kann nun noh Rosinen nach Bedarf unterheben, ich nehme immer ein kleines Schälchen (60g) voll.

Ein Geheimtipp meiner Großmutter war ein Schuss Alkohol in alle Backwaren zu geben und so gebe ich entweder 2cl Rum oder Eierlikör hinzu. Der Geschmack verdampft beim Backen, aber der Kuchen wird dadurch noch fluffiger.

Den Teig nun in eine gefettete und mit Mehl bestäubte Guglhupfform geben. Da ich Minigugl gebacken habe nehme ich eine Slikionform, ansonsten gibt es traditionell Formen aus glasiertem Keramik, die man heute für wenig Geld auf Trödelmärkten erwerben kann.

Der Gugelhupf wird auf mittlerer Schiene bei 180° ca. 55-60 min gebacken, bis er einen wunderbaren Duft verströmt und goldbraun ist. Den Gugelhupf nach dem Backen auf ein Holzbrett stürzen und wenn er abgekühlt ist mit Wiener Streuzucker bestäuben.

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Das Geschirr ist Antik und ein Erbstück von meiner Oma!

Als Getränk passt natürlich wunderbar eine Wiener Melange dazu.

An Guadn!