Falsche Blini, echter Schampus und ein paar gute Vorsätze für 2014!

Ein letztes Mal in diesem Jahr möchte ich noch ein Rezept und etwas Persönliches mit euch teilen.

Da es – wie ihr bereits bei den Punschkrapfen gelesen habt – bei uns dieses Jahr Raclette gibt, ist ein 3-Gang-Menü diesmal nicht nötig. Da ich aber trotzdem immer gerne ein kleines Amuse – Gueule und einen Nachtische reiche, habe ich mir 2-3 Kleinigkeiten ausgedacht, die ich euch nun vorstellen möchte.

Als Amuse -Gueule gibt es – inspiriert durch unsere Reise nach St. Petersburg – diesmal falsche Blini. Falsch sind die Blini, da ich nicht wie in Russland einen Teig mit Dinkelmehl und Hefe backe, sondern einen einfachen Pfannkuchenteig verwende. Falsch ist auch der Caviar obendrauf, denn wir sind alle keine großen Caviar Fans und so gibt es Belugalinsen getarnt als Caviar. Klassisch werden die Blini mit Sauerrahm und ein wenig Dill Serviert. Echt an diesem Gericht ist auch der Wodka, den wir aus unseren in St. Perterburg erstandenen Gläsern eiskalt genießen.

2013-12-31 17.04.32

Zutaten

8o Gramm Mehl
70 Gramm Milch
1 Ei
eine Prise Salz
ein TL Dill
eine Messerspitze Backpulver

Topping

1 Becher Saure Sahne
ein paar Dillspitzen
schwarzer Caviar oder schwarze eingeweichte Belugalinsen

Zubereitung

Das Mehl mit der Milch und dem Ei gut verrühren. Anschließend eine Prise Salz, das Backpulver und den gehackten Dill hinzugeben. Eine kleine beschichtete Pfanne mit ein wenig Öl einfetten und den ganzen Teig darin backen, bis er goldbraun ist. Wenn die eine Seite gebräunt ist, den Teig wenden und den Blini anschließend auf einem Teller abkühlen lassen.

Wer geübt im Blinibacken ist, der kann auch je einen EL von dem Teig sofort zu kleinen Blini ausbacken. Ich steche von dem großen Pfannkuchen mit dem bemehlten Rand eines umgedrehten kleinen Glases die Blini aus.

2013-12-31 16.38.26 2013-12-31 16.39.11

Anschließend je einen Teelöffel Saure Sahne auf die Blini geben und einen kleinen Kleks von den schwarzen Belugalinsen oder einen Klecks Caviar draufgeben. Mit einem Stück Dill verzieren und mit eiskaltem Wodka servieren.

2013-12-31 17.04.45

С Новым годом!

(Frohes neues Jahr)

Ein Mitternachtssnack

Klassisch zu Sylvester gibt es bei uns nach Mitternacht, wenn alle wieder ein wenig Hunger haben, Kartoffelsalat mit Wiener Würstschen. Bei diesem deftigen Snack lassen wir den Abend nochmal Revue passieren, trinken ein gutes Glas Schampus und machen es uns auf dem Sofa gemütlich.

Da man an den Feiertagen und auch zu Sylvester ohnehin schon gut und reichlich isst, sollte der Kartoffelsalat ein wenig leichter sein und nicht zu 90% aus fettiger Mayonnaise bestehen. Aus diesem Grund gibt es nun einen etwas „schlankeren“ Kartoffelsalat, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

Zutaten

1 kg festkochende Kartoffeln

3 Schalotten

1 Glas eingelegte Gurken

2 Becher Saure Sahne

170 g fettarme Mayonnaise

10 Gramm Salz

70 Gramm Gurkenwasser

etwas Dill

Die Kartoffeln in gesalzenem Wasser kochen, so dass sie noch ein klein wenig fest sind. In der Zwischenzeit die Saure Sahne mit der Mayonnaise dem Salz und dem Gurkenwasser zu einer cremigen Soße verrühren. Die Soße mit Dill und Salz abschmecken.

Die Schalotten in feine Würfel und die Gewürzgurken in dünne Ringe schneiden. Wenn die Kartoffeln fertig sind, müssen diese ein wenig abkühlen, so dass sie noch lauwarm sind. Die Kartoffeln in ca 1 cm dicke Scheiben schneiden und in eine große Schüssel geben. Abwechselnd immer Kartoffeln, Gurken und Zwiebeln schichten, dann muss man später weniger umrühren. Wenn alle Zutaten in der Schüssel sind wird die Soße drüber gegeben.

Den Kartoffelsalt umrühren und mit etwas frischer Petersilie garnieren. Wir essen dazu Wiener Würstchen, der Salat schmeckt aber natürlich auch ohne Würstchen wunderbar!

2013-12-31 17.10.02 2013-12-31 17.09.29

Guten Appetit.

Zu guter Letzt…

Wie jeder andere auch, dürfen bei mir die guten Vorsätze natürlich auch nicht fehlen. Ich habe sie auf meinen heißgeliebten Lizzawest Block geschrieben, denn so habe ich sie stets vor Augen, wenn ich an meinem Schreibtisch sitze, arbeite und blogge und vielleicht schon wieder vergessen habe, was ich 2014 ja eigentlich anders machen wollte.

2013 war ein wirklich anstrengendes Jahr: das Ende der Studentenzeit und die Aufgabe meines geliebten SHK Jobs, der Beginn des Referendariats und das erste Ehejahr. Eine wunderbare Ostsee-Kreuzfahrt, Städtetripps nach Amsterdam, London und Lübeck, Besuche von und bei den Eltern, viele tolle Produkte, Tests und Rezepte und eine erfüllende neue Tätigkeit als Bloggerin.

All jenen, die mich bei diesem Blog in meinem ersten Jahr unterstützt haben, möchte ich danken! Meiner Familie, meinen Freunde, großen Firmen und kleinen Shops und natürlich meinen Lesern und Followern. Dieser Blog ist für mich wirklich eine kleine Erfüllung geworden und ich hoffe das 2014 genau so schön wenn nicht noch besser wird!

Hier also nun meine Vorsätze für 2014:

2013-12-31 17.12.16

Euch allen wünsche ich ein frohes und gesegnetes Jahr 2014 und das all eure Wünsche sich erfüllen und ihr eure Vorsätze halten könnt 🙂

St. Petersburg: Stadt der Zaren

добро́ пожа́ловать! (Herzlich Willkommen)

Am Donnerstag sind wir im Hafen von St. Petersburg angekommen und ich war schon richtig gespannt auf diese Stadt!
St. Petersburg liegt im Nordwesten Russlands, an der Newa, und ist die zweitgrößte Stadt nach Moskau. Zar Peter der Große gründete die Stadt 1703 und so trug sie auch seinen Namen, bis sie zwischen 1914 und 1924 in Petrograd und danach (1924-1991) in Leningrad umgetauft wurde. Erst nach dem Ende der Sowjetunion war es den Bürgern erlaubt den Namen der Stadt neu zu wählen. Die Bürger entschieden sich für den historischen Namen: St. Petersburg.

2013-08-15 08.03.24

Die historische Innenstadt von St. Petersburg mit über 2000 Palästen, Palais, Kirchen und Schlössern, steht auf der Liste der UNESCO als Weltkulturerbe.

Unser sehr netter und unglaublich bewandelter Reiseführer Alexej fuhr mit uns vom Hafen durch die Stadt und zur ersten Sehenswürdigkeit: der Isaakskathedrale. Die Isaakskathedrale ist die größte Kirche in Sankt Petersburg und eine der größten Kuppelbauten weltweit. Vor der Kathedrale befindet sich der Isaaksplatz mit einem kleinen Park und einem Reiterdenkmal von Zar Nikolaj I. Rechts vom Park ist das 1913 erbaute Luxushotel Astoria, ein wahrer Prunkbau, aber leider zu teuer für unseren Geldbeutel 🙂

2013-08-15 07.29.16

Nach dem Besuch der Isaakskathedrale ging es weiter zur Newa-Mündung auf die Wassiljewski-Insel , von der wir einen ersten Blick auf die Eremitage werfen durften. Auf der Insel selber befindet sich die alte Börse, sowie eine Vielzahl an Kirchen, die Kunstakademie und die Kunstkammer.

2013-08-15 07.59.08

Eine weitere Sehenswürdigkeit an der Newa ist die alte Effektenbörse. Vor der Börse ist ein kleiner Park, der wie ihr seht im sozialistischen Rot bepflanzt ist. Die Börse steht unter Denkmalschutz und momentan wird verhandelt, ob sie ein Museum bleibt, oder ob wirklich wieder eine Börse hier Einzug hält.

2013-08-15 08.04.17 2013-08-15 08.03.09

Nach dem Besuch auf der Insel ging es für uns weiter zu unserem letzten Halt, bevor es Mittagessen gab: die Blutkirche.

Die Blutkirche, oder auch Auferstehungskirche, trägt ihren Namen nach dem Attentat, dem an dieser Stelle Alexander II. zum Opfer fiel. Zar Alexander II.begann seine Regentschaft unter denkbar schlechten Umständen, während des Krimkrieges. Durch weitgehende Reformen zog er den Zorn der Bürgerschaft auf sich. Nach mehreren erfolglosen Attentaten fiel Alexander II. schließlich im März 1881 einem Bombenattentat durch die Untergrundorganisation Narodnaja Wolja zum Opfer und starb noch vor Ort. An diesem Ort wurde ab 1883 auf Geheiß seines Sohnes Alexander III. die Auferstehungskirche erbaut.

2013-08-15 11.31.11

Bevor es für uns in die Eremitage ging, gab es noch eine „kleine Stärkung“ in einem russischen Lokal. Es war zwar erst 11 Uhr morgens, aber da sooo viele geführte Reisegruppen unterwegs waren und das Lokal sich auf Reisegruppen spezialisiert, gab es für uns halt um 11 Uhr Mittagessen 🙂 Als Begrüßung gab es, wie auch sonst, ein Glas Wodka und einen leckeren Krimsekt. Dazu einen kleinen Salat aus frischen Tomaten, Gurken und viel Petersilie:

2013-08-15 09.11.26

Das Lokal war wirklich sehr nett, eine Indian-Russian-Fusion-Kitchen, denn der Besitzer ist Inder und das konnte man auch anhand der Dekoration sehen. Das Essen war aber russich:

Vorspeise: Bliný (Buchweizenpfannkuchen) mit Kaviar und Sauerrahm

2013-08-15 09.25.31

Suppe: Kartoffelsuppe

2013-08-15 09.33.14

Hauptgang: Bœuf Stroganoff (das meine Mutter auch immer gekocht hat)

2013-08-15 09.45.49

Nach dieser leckeren Stärkung gab es einen letzten Halt für uns, bevor wir zur Eremitage fuhren: die Peter-und-Paul-Festung.

Die Peter-und-Paul-Festung liegt auf der Haseninsel und wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Sie bildet das historische Zentrum der Stadt St. Petersburg. Der goldene Turm (122,5 m) der Festung war für lange Zeit der höchste Turm in St. Petersburg, da Peter I. angeordnet hatte, dass es kein höheres Gebäude als dieses geben dürfe. Innerhalb der Festung liegt die Peter-und-Paul-Kathedrale, die älteste Kirche in St.Petersburg. Sie wurde nach den beiden Aposteln Petrus und Paulus benannt (links und rechts vom Torbogen zu sehen), könnte aber ebensogut eine Anspielung auf den Erbauer Peter I. (der sich selber ein Denkmal errichtete) sein. Das besondere an der Kathedrale ist, dass sie seit dem 18. Jahrhundert als Grabstädte der Zaren dient. Eine weitere Besonderheit ist die Kanzel, die in russisch-orthodoxen Kirchen eigentlich unüblich ist. Eine Legende besagt, dass die Kanzel einzig dem Zweck diente, Lew Tolstoi zu exkommunizieren.

2013-08-15 10.29.12 2013-08-15 10.55.13

Die Kathedrale is prunktvoll, mit viel Gold und Marmor. Auch die Särge der Zaren sind aus weißem Marmor, bis auf die Särge von Alexander II. und seiner Frau Marija. Diese sind aus rotem und grünem Marmor, als Würdigung dafür, dass die beiden die Leibeigenen befreit haben.

2013-08-15 10.41.05   2013-08-15 10.47.35

2013-08-15 10.37.45

Nun ging es endlich zu DER SEHENSWÜRDIGKEIT: der Eremitage!

2013-08-15 12.19.17

Über die Eremitage könnte man seitenlang berichten. Wir hatten aber auch ein unglaubliches Glück unseren Guide Alexej zu haben, der uns wahnsinnig viele spannende und interessante Geschichten erzählen konnte und unglaubliches Fachwissen bezüglich Kunstgeschichte besitzt.

Die Eremitage gehört zu den größten Kunstmuseen der Welt und umfasst 350 Säle.  Sie besteht aus fünf Gebäuden: Der alten und neuen Eremitage, der kleinen Eremitage, dem Eremitage-Theater und natürlich dem Winterpalast. Wenn man das ganze Museum „durchlaufen“ möchte, muss man 25km laufen, wie uns Alexej mitteilt. Wir sind in 2 Stunden gefühlte 15 km gelaufen, aber diese waren jeden einzelnen Schritt wert 🙂

2013-08-15 14.23.29 2013-08-15 14.24.24

Neben den wunderbaren Gemälden großer Maler beherbergt die Eremitage noch einige etwas ungewöhnliche Bewohner: Katzen. Über 50 Katzen haben in den Kellern der Eremitage ein Zuhause gefunden und wer gerne mehr darüber erfahren möchte sollte sich unbedingt die GEO-Dokumenation „Eremitage-Palast der Katzen“ anschauen.

Von den Fenstern in der Eremitage kann man immer wieder einen Blick auf die übrigen Gebäude sowie den Garten werfen.

2013-08-15 13.32.56 2013-08-15 13.31.30

Man darf in der Eremitage eigentlich nicht fotografieren, aber gegen 5 Euro Gebühr bekommt man einen kleinen Aufkleber für seine Kamera und dann darf man doch Bilder machen und diese 5 Euro sollte wirklich jeder zahlen, denn man kann sich gar nicht satt sehen an all den Gemälden und Skulpturen, den prachtvollen Decken und Böden und einfach an der Eremitage als Gesamtkunstwerk.

2013-08-15 12.56.54 2013-08-15 12.47.23 2013-08-15 12.43.36 2013-08-15 12.33.50

Der Kaiserthron steht ebenfalls prunkvoll strahlend in rot mit dem Wappen der Romanows in der St. George´s Hall.

2013-08-15 12.39.29

Wir haben auch die prachtvollen Gemächer Katharinas der Großen besichtigt.

2013-08-15 13.41.39

Die Eremitage beherbergt eine Vielzahl großer Künstler: von Michelangelo über Leonardo da Vinci, bis hin zu Rembrandt und Rubens. Für mich als studierte Theologin waren die biblischen Motive besonders interessant und da stach die Madonna Litta von Leonardo da Vinci ganz besonders hervor.

2013-08-15 12.55.56

Sicher könnte ich jedes einzelne Bild beschreiben und noch stundenlang über die Eremitage erzählen, aber das würde diesem großartigen Ort nicht gerecht werden. Und so belasse ich es damit und zeige einfach noch ein paar Bilder, damit ihr einen Eindruck von der Prächtigkeit dieses Museums bekommt.

2013-08-15 13.10.42 2013-08-15 12.49.18

2013-08-15 13.01.52 2013-08-15 13.21.39

2013-08-15 12.22.09 2013-08-15 12.26.47

St. Petersburg war auch bei schlechtem Wetter wirklich eine Reise wert. Als Andenken habe ich mir übrigens wieder Bernsteinschmuck mitgenommen, einen Schmuckteller, natürlich eine Matrjoschka und ein paar Wodkagläser 🙂

Nach einem langen Tag verabschiede ich mich nun mit einem russischen Sprichwort: „Всего не переделаешь.“ (Deutsche Entsprechung: „Morgen ist auch noch ein Tag.“)

до свидания
(Auf Wiedersehen)